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Solarthermie - Häufige Fragen kurz erklärt!

Aus welchen Komponenten besteht eine Solarthermieanlage?

Eine Solarthermieanlage besteht aus Solarkollektoren, welche die Sonnenenergie in Kupferblechen speichern. Die Bleche sind speziell beschichtet, so dass sie möglichst viel Wärme aufnehmen und nur wenig an die Luft abgeben. Unter den Blechen sind Kupferrohre angebracht, die mit Solarflüssigkeit gefüllt sind. Die Wärme wird über die Kupferrohre in die Solarflüssigkeit geleitet. Durch ein Pumpensystem ist die Flüssigkeit stets in Bewegung und transportiert die Wärme über einen Wärmetauscher zu einem mit Wasser gefüllten Speichertank. Dieser Solartank ist im Gegensatz zu herkömmlichen Brauchwassertanks besonders gut isoliert, so dass warmes Wasser auch nachts oder an Regentagen zur Verfügung steht.

Eignet sich mein Haus für eine Solarthermieanlage?

Grundsätzlich ist die Intensität der Sonnenstrahlung in allen Teilen Deutschlands so stark, dass sich die Installation einer solarthermischen Anlage überall lohnen kann. Besonders eignen sich nach Südwesten oder Südosten orientierte Dächer mit einer Neigung zwischen 20 und 60 Grad. Das Dach sollte nicht durch Nachbardächer oder Bäume verschattet sein. Ein optimal ausgerichteter Solarkollektor kann mit nur 1,5 m² Fläche Warmwasser für eine Person garantieren. Nach Westen oder Osten orientierte Kollektoren können mit geringfügig größerer Fläche genauso viel Energie erzeugen. Weitere Möglichkeiten bieten die Flachdachmontage oder die Installation der Sonnenkollektoren an der Hausfassade.

Gibt es einen besonders günstigen Zeitpunkt, um eine solarthermische Anlage einzubauen?

Besonders viel sparen kann man bei der Installation einer thermischen Solaranlage beim Neubau eines Hauses. Eine spätere Nachrüstung ist bedeutend teurer. Fehlt Ihnen jedoch momentan das Geld für eine Komplettinstallation, sollten Sie dennoch schon beim Neubau auf die Verlegung der passenden Rohre und des Speichertanks achten. Eine spätere Installation gestaltet sich dadurch schnell und kostengünstig. Steht eine Heizungsmodernisierung an, kann diese Gelegenheit ebenfalls ein geeigneter Zeitpunkt für eine Umrüstung sein. Bei Neuinstallation oder einer Umrüstung können Sie von öffentlichen Fördergeldern profitieren. Beratung und Planung durch einen Fachmann ist in jedem Fall erforderlich.

Wird durch eine Solarthermieanlage mein Gesamtbedarf an Warmwasser gedeckt?

Bei fachgerechter Installation der solarthermischen Anlage können rund 60 % des jährlichen Warmwasserbedarfs gedeckt werden. Im Sommer kann bei üblichen Solarkollektorgrößen von 1,5m² pro Person die vollständige Versorgung gewährleistet werden. Im Winter kann das Wasser bei üblichen Solarkollektorgrößen jedoch nur vorgewärmt werden. Den Rest übernimmt die konventionelle Heizung.

In Zahlen gesprochen sieht das etwa so aus: Eine durchschnittliche Solarthermieanlage ist 6 m² groß und liefert etwa 2.000 Kilowattstunden Energie. Diese Energie reicht aus, um 400 warme Vollbäder oder 2.000 warme Duschen zu nehmen. (Quelle: Initiative Solarwärme Plus).

Sind Solarkollektoren auch zur Heizungsunterstützung einsetzbar?

Ja, das ist möglich. Solarwärmeanlagen können so montiert werden, dass sie sowohl zur Brauchwassererwärmung als auch zur Heizungsunterstützung herangezogen werden können. Diese Anlagen benötigen aber eine größere Sonnenkollektorfläche und einen speziellen Wärmespeicher. So kann die solarthermische Anlage im Frühling und Sommer den gesamten Haushalt mit Wärme versorgen und im Herbst und Winter zur Unterstützung der Heizung eingesetzt werden.

Gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Montage einer Solaranlage?

Ja. Die Wahl der optimalen Installationsart hängt von der Orientierung, der Neigung des Daches und auch von den optischen Vorstellungen des zukünftigen Betreibers ab. Die Solarkollektoren können auf fünf verschiedene Arten montiert werden:
1.Aufdachmontage:  Die Kollektoren werden über der Dachhaut angebracht. Diese Methode ist eine der preiswerteren und die Dachhaut bleibt intakt.
2.Fassadenmontage: Die Solarkollektoren werden direkt an eine Fassade installiert. Als architektonisches Gestaltungselement kommt diese Methode immer öfter zur Anwendung.
3.Flachdachmontage: Die Sonnenkollektoren müssen etwas schräg aufgestellt werden, damit sie die Sonneneinstrahlung optimal aufnehmen können.
4.Indachmontage: Die Dachziegel werden an der entsprechenden Stelle entfernt und die Kollektoren auf die Dachlatten montiert. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Dachlasten und das Ergebnis ist optisch ansprechend. Allerdings zählt diese Montageart zu den teuren Alternativen.
5.Freiaufstellung: Die Solarkollektoren können unabhängig von Dachneigung und
-ausrichtung aufgestellt und deshalb optimal ausgerichtet werden. Die Sonnenkollektoren sind dadurch leichter für Reparaturen zugänglich. Allerdings ist diese Methode recht kostenintensiv, da zusätzlich eine Tragkonstruktion aufgebaut werden muss. 
In der Regel dauert die Montage der Kollektoren nicht länger als zwei oder drei Tage.
Wie hoch ist die Lebensdauer einer solarthermischen Anlage?
Bei fachgerechter Installation und einer guten Qualität der Sonnenkollektoren beträgt die Lebensdauer einer Solarthermieanlage rund 30 Jahre. Hersteller geben meist eine mehrjährige Garantie auf die einzelnen Komponenten.

Benötige ich Genehmigungen für eine Solaranlage?

Werden solarthermische Anlagen an Fassaden oder auf Dächern angebracht, brauchen Sie generell keine Genehmigung. Ausnahmen oder Einschränkungen werden in den Bauordnungen der jeweiligen Länder aufgeführt. Lesen Sie dort vor Installation der Solarwärmeanlage vorsichtshalber noch einmal nach oder erkundigen Sie sich beim zuständigen Bauamt.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden muss in jedem Fall eine Genehmigung bei der Denkmalschutzbehörde eingeholt werden. Eine solche Genehmigung ist oft nur sehr schwer durchzusetzen. Auch für die Installation von Solarthermieanlagen auf Freiflächen wird eine Baugenehmigung benötigt. Erkundigen Sie sich in diesem Fall bei der zuständigen Bauordnungsbehörde.

Wie viel kostet eine Solarthermieanlage?

Die Kosten für eine Solarthermieanlage hängen von der Art der Installation und der Module ab. Bei einer Anlage zur Warmwasserbereitung mit Flachdachkollektoren liegen die Preise für einen 4-Personen-Haushalt inklusive Montage und Material zwischen 4.000 und 6.00 Euro. Soll zusätzlich die Heizung unterstützt werden, kostet eine Solarthermieanlage zwischen 8.000 und 10.000 Euro. Wer sich für Vakuum- statt Flachkollektoren entscheidet, muss noch einmal etwa ein Drittel mehr bezahlen. Staatliche Zuschüsse und verschiedene Programme zur Förderung von Alternativen Energie können die Finanzierung einer solarthermischen Anlage jedoch erleichtern.

Wie wartungsintensiv ist eine Solaranlage?

Eine thermische Solaranlage ist bei sachgerechter Montage sehr störungsarm und leicht zu warten. Am besten kann die Wartung der Anlage gleich bei der jährlichen Wartung des Heizkessels erledigt werden. Bei regelmäßiger Wartung kann die solarthermische Anlage optimale Energieerträge liefern. Der Einbau einer Wärmemengenerfassung ist ratsam, um die Funktionstüchtigkeit der Solarthermieanlage selbst zu kontrollieren.