Erdwärme

Erdwärme oder Geothermie zählt zu den Erneuerbaren Energien. Bei Erdwärme handelt es sich um die Wärme, die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeichert ist. Sie setzt sich zusammen aus der im Erdreich gespeicherten Sonnenenergie und der im Erdkern freiwerdenden Wärme. Erdwärme kann sowohl zum Heizen, zum Kühlen und durch industrielle Anwendungen zur Stromerzeugung genutzt werden.
Unterschieden wird bei der Nutzbarmachung der Erdwärme zwischen oberflächennaher Geothermie und tiefer Geothermie.
Bei der Nutzung oberflächennaher Erdwärme wird die Wärmeenergie über Flachkollektoren gesammelt. Diese Kollektoren sind etwa 120 bis 140 cm unter der Erdoberfläche in das Erdreich eingebracht und bestehen aus Polyethylenrohren. Diese Rohre nehmen die Wärme aus dem Erdreich aus. In den Rohren befindet sich ein Trägermedium, häufig Sole, über das die Erdwärme zu einer Wärmepumpe gelangt.
Die Wärmepumpe hebt das Temperaturniveau der Erdwärme auf die gewünschte Gradzahl an. Dabei entzieht die Wärmepumpe dem Trägermedium die Wärme und erhöht die Temperatur durch Kompression. Während der Sommermonate kann eine Wärmepumpe übrigens auch zur Kühlung genutzt werden.
Bei der Nutzung tiefer Erdwärme fördern Erdwärmesonden die Wärmeenergie aus tieferen Gesteinsschichten an die Oberfläche. Erdwärmesonden bestehen aus Rohrbündeln, die in senkrechte Tiefenbohrungen eingebracht sind. Bohrungen für den normalen Wohnungsbau gehen bis 400 Meter in die Tiefe, solche für Einfamilienhäuser meistens bis zu 100 m.
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Erdwärme bietet verglichen mit anderen Energiequellen wesentliche Vorteile: Sie gehört zu den regenerativen Energien, ist jederzeit verfügbar und umweltfreundlich. Auch wenn die Lufttemperaturen durch die Wetterbedingungen und durch die Tages- und Jahreszeiten starken Schwankungen ausgesetzt sind, verändern sich die Temperaturunterschiede in den oberen Erdschichten nicht entsprechend stark. Ein weiterer Vorteil von Erdwärme: Erdwärme ist überall vorhanden.
Strom wird für eine Erdwärmeanlage lediglich benötigt, um die Wärmepumpe und die Umwälzpumpe anzutreiben. Der Nutzungsgrad einer Erdwärmeanlage beträgt ungefähr 70 Prozent. Durch Kraft-Wärme-Kopplung kann der Nutzungsgrad noch zusätzlich gesteigert werden. Die laufenden Betriebskosten sind außerdem im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen sehr gering.
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Für Erdwärmebohrungen benötigen Sie grundsätzlich eine Genehmigung. Den sogenannten „Antrag zur Errichtung von Erdsonden zur Gewinnung von Erdwärme zu Heizzwecken“ erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Wasserbehörde. Üblicher Weise wird der Antrag innerhalb von vier Wochen genehmigt. Planen Sie eine Bohrung von mehr als 100 Metern Tiefe, müssen Sie diese Bohrung zusätzlich der zuständigen Bergbehörde melden.
Für die korrekte Bestimmung der Bohrtiefe ist eine kompetente Beratung von grundlegender Bedeutung. Die Bohrtiefe ist zum einen abhängig von der Geologie des Untergrundes, zum anderen von dem Wärmebedarf des Gebäudes.
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Eine Erdwärmeanlage inklusive Heizung ist derzeit noch kostenintensiver als eine Öl- oder Gasheizung. Da die Betriebskosten jedoch bedeutend geringer sind als die herkömmlicher Anlagen, erweist sich eine Erdwärmeanlage schnell als eine gute Investition. Einen wesentlichen Anteil der Kosten entfallen auf die Bohrungen und die Sonden. Des Weiteren entstehen Kosten für die Wärmepumpe. Für eine Erdwärmheizung müssen Sie 1.500 bis 3.000 Euro mehr einplanen als für eine Gasheizung. Diesem finanziellen Mehraufwand stehen allerdings die Ersparnisse gegenüber, die beim Betrieb einer Erdwärmeheizung im Vergleich zu dem einer Öl- oder Gasheizung zu verbuchen sind. Die Heizkosten sind um etwa 60 Prozent geringer und Kosten durch Schornsteinfeger oder Wartung entstehen nicht.
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Mit Geothermie ist es möglich, auf lange Sicht viel Geld sparen. Durch die Nutzung von Erdwärme können Sie Ihre Energiekosten um ein Fünftel senken. Um die finanzielle Belastung bei Anschaffung einer Erdwärmeanlage so gering wie möglich zu halten, können Sie von zinsgünstigen Förderdarlehen und kostenlosen Zuschüssen profitieren. So bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) attraktive Förderdarlehen. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unterstützt die Anschaffung einer Erdwärmeanlage, indem es ein Marktanreizprogramm mit nicht rückzahlbaren Fördermitteln für erneuerbare Energien aufgelegt hat. Des Weiteren offerieren zahlreiche lokale Energieversorger Förderungsmöglichkeiten.

